ADHS ist eine Verhaltens- und emotionale Störung mit Beginn in der Kindheit und Jugend. Sie äußert sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit, Impulsivität und Selbstregulation (ADS); manchmal kommt zusätzlich starke körperliche Unruhe/Hyperaktivität (ADHS) hinzu.

Diesen Symptomen liegt eine neurobiologische Entwicklungsverzögerung der exekutiven Funktionen zugrunde. ADHS kann dabei als ein Extremverhalten aufgefasst werden, das einen fließenden Übergang zur Normalität zeigt.

Es handelt sich dabei um eine quantitative, aber keine qualitative Abweichung. Daher müssen die Auffälligkeiten für das Alter sehr stark ausgeprägt und in den meisten Situationen beständig seit der jüngsten Kindheit vorhanden sein. Symptome alleine haben jedoch keinen Krankheitswert: Eine Diagnose ist nur möglich, wenn die Symptomatik zusätzlich mehrere Lebensbereiche deutlich beeinträchtigt oder zu erkennbarem Leiden führt. Sie erfolgt nach dem Klassifikationsschema ICD-10 der World Health Organisation (WHO) oder nach DSM-V der American Psychiatric Association (APA).

Man nimmt an, dass die weltweite (!) Häufigkeit von ADHS unter Kindern und Jugendlichen etwa 5,3 % beträgt. Sie gilt heute als häufigste psychiatrische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Buben werden wesentlich häufiger diagnostiziert als Mädchen. Studien haben gezeigt, dass bei 40 bis 80 % der diagnostizierten Kinder die Störung auch in der Pubertät fortbesteht. Im Erwachsenenalter ist mindestens in einem Drittel der Fälle noch eine eingeschränkte ADHS-Symptomatik nachweisbar.